AckerReportage

Eine Kita im Acker-Glück

Die erste Pflanzung an der Kita Krefeld

Gesunde Ernährung steht ganz oben auf dem Programm des Kinderhorts in Krefeld – seit 2019 bauen sie mit der GemüseAckerdemie ihr eigenes Gemüse an. Wie die Erzieherin Silke Wilms und ihre Kolleg*innen auch die Eltern mit ihren kreativen Ideen begeistern, erfahrt ihr in unserem Kita-Porträt – Basteltipp inklusive!

„Wird auch wieder Rote Bete gepflanzt?“, fragt eins der Kita-Kinder neugierig und reckt seine Nase über den Zaun. In der Städtischen Kindertageseinrichtung am Kinderhort in Krefeld findet heute, Ende Mai, die Pflanzung mit der GemüseAckerdemie statt. Nicht wie sonst gemeinsam mit der Kitagruppe, sondern Corona-konform: Die Kinder aus der Notbetreuung dürfen leider nur vom Zaun aus zuschauen, während das Team der GemüseAckerdemie den Acker mit vielen verschiedenen Gemüsesorten bepflanzt und die Fragen der wissensdurstigen Kinder beantwortet.

Seit 2019 ist der Kinderhort in Krefeld bei dem bundesweiten Bildungsprogramm dabei, und den kleinen Gärtner*innen juckt es schon in den Fingern. Ihre Erzieherin Silke Wilms erinnert sich an die erste gemeinsame Ackersaison: „Die Rote Bete war der Renner bei den Kindern, weil sie die Zunge so schön rot färbt.“ Das Gemüse haben sie häufig als Rohkost direkt frisch vom Acker verspeist – das überzeugte sogar Wilms selbst: Eigentlich war sie nämlich gar kein Fan der farbenfrohen Knollen. Erst der eigene Anbau veränderte den Bezug zu dem Gemüse und mittlerweile isst auch sie die Rote Bete mit ihrem erdigen Geschmack gerne. „Es ist faszinierend, wie viel man selbst dabei lernt!“, freut sie sich.  „Man braucht keine Gartenerfahrung, sondern lernt sozusagen mit den Kindern gemeinsam und wird professionell vom Team der GemüseAckerdemie begleitet.“ Lust mit anzupacken müsse man allerdings haben, denn Arbeit mache so ein Acker natürlich schon.

Gesunde Ernährung im Kitaalltag verankern

Auf die GemüseAckerdemie aufmerksam gemacht wurde die Kitaleiterin Heike Rüther von der Krankenkasse BKK VBU, die die Umsetzung des Programms im Rahmen ihrer Präventionsangebote auch finanziell unterstützt. „Da wir über ein sehr großes Außengelände verfügen und die Themen gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit stärker in der Kita verankern wollten, passte das sehr gut zu uns“, so Rüther. Drei Kolleg*innen waren direkt Feuer und Flamme und los ging´s mit dem eigenen Kita-Acker. Dazu gab es für die Erzieher*innen die GemüseAckerdemie-Fortbildungen und eine Schulung von einer Ernährungsberaterin – seitdem lande beim gemeinsamen Frühstück nun auch oft Rohkost vom Acker auf dem Teller.

Um das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung auch in die Familien zu transportieren, sind laut Erzieherin Silke Wilms die Kinder selbst der Schlüssel: „Sie bringen die Erlebnisse vom Acker mit nach Hause. Sie sind unfassbar stolz auf ihre Gemüsepflanzen und die Ernte. Wir unterstützen, indem wir das Projekt in der Kita sichtbar machen und Aktionen planen.“ So hängen sie zum Beispiel Fotos von den Pflanzungen im Eingangsbereich auf und die Kinder präsentieren dort manchmal auf einem Tisch die Ernte. „Die Eltern kommen ja häufig gar nicht richtig rein, geschweige denn bis auf den Acker.“

Das Gemüse finde auch seinen Weg auch in die Familien: Ab und zu gibt die Kita etwas mit einem passenden Rezept mit nach Hause. „Im letzten Jahr haben wir das mit dem Palmkohl gemacht – den kannte ich selbst noch gar nicht!“, erinnert sich Silke Wilms. Bei der Ernte wurden die Familien ebenfalls aktiv miteinbezogen: Die Kita veranstaltete beispielsweise ein Kartoffelfest, bei dem die Kinder mit ihren Eltern die letzten Kartoffeln aus der Erde buddeln konnten. „Das war ein großer Spaß!“ Insgesamt sei die Resonanz der Eltern sehr positiv. „Sie bringen sich zum Beispiel während der Schließzeiten auf dem Acker ein. Und einige achten mehr darauf, auch gesunde Sachen in die Frühstücksbox ihrer Kinder zu packen“, erzählt die Erzieherin.

Eine Kita im Bastel-Fieber

Wie sehr die Kita im „Acker-Fieber“ ist, zeigt sich auch an ihren kreativen Bastelideen, die in ihrem „Acker-Raum“, dem Multifunktionsraum, zu finden sind: Die Wände zieren Fotos von den Pflanzungen und im Acker-Tagebuch können die Kinder nachschauen, wie die kleinen Pflänzchen zu Beginn der Saison aussahen. Auch ihr „Acker-Schatz“ hat hier seinen Platz: „Beim ersten Umgraben des Ackers ganz zu Anfang haben die Kinder jede Menge schöner Tonscherben und anderer Sachen gefunden. Die haben wir in Gips gegossen und ein Kunstwerk daraus gemacht“, erklärt Silke Wilms.

Die Erzieher*innen haben auch noch etwas ganz Besonderes in petto: selbst gemachte Acker-T-Shirts! „Wenn wir die tragen, dann wissen alle: Jetzt ist Ackerzeit!“ Auch die Kinder sollen für diese AckerSaison welche bekommen und sie selbst bemalen – sobald es die Situation wieder zulässt. Wie genau das funktioniert, erklären wir in unserer heutigen Bastelidee!

Basteltipp: T-Shirts selbst bemalen

Was benötigt ihr?
Helle Baumwoll-T-Shirts, Stoffmalfarbe, Borstenpinsel, Pappe, Schere Bügeleisen, ein Motiv eurer Wahl

  • Überlegt euch ein tolles Motiv, das zu eurer Kita passt. Der Kinderhort in Krefeld hat sich für eigene Acker-T-Shirts entschieden, die getragen werden, wenn Ackerzeit ist.
  • Denkt daran ein Stück Pappe zwischen die beiden Stofflagen zu legen, bevor ihr euer Motiv ausmalt, sodass die Farbe nicht durchdrückt.
  • Für die Malaktion mit Kindern kann es helfen, Schablonen aus Pappe zu basteln. Diese müssen so sauber wie möglich ausgeschnitten werden. Damit sie nicht verrutschen, befestigt die Schablonen am besten mit Klebeband an der richtigen Stelle auf dem T-Shirt und malt die Umrisse nach.
  • Vielleicht möchten die Kinder zum Schluss noch ihren Namen auf das T-Shirt schreiben oder eine eigene kleine Idee verwirklichen?

Damit eure Kunstwerke auch die Wäsche überstehen, vergesst nicht, sie nach dem Trocknen noch einmal auf linksgedreht zu bügeln. Auf den Acker, fertig los!

Acker-T-Shirts der Kita Krefeld
So toll sehen die Acker-T-Shirts der Erzieher*innen des Kinderhorts Krefeld aus!