AckerPorträt

„Auf einmal lieben alle Palmkohl."

Das Regionalmanagement für Niedersachsen: Marlena Wache (links) und Lara Lamping

Noch bis zum 31. Oktober 2019 können sich Schulen aus Niedersachsen für einen von 15 neuen AOK-geförderten GemüseAckerdemie-Plätzen bewerben. Unser Regionalmanagement in Niedersachsen kümmert sich darum, dass an den aktuell 40 Lernorten in Niedersachsen von der Anbauplanung bis zur Ernte alles rund läuft. Im AckerPorträt erzählen Marlena und Lara von der Liebe zum Acker und zu Palmkohl.

Warum wir für die GemüseAckerdemie arbeiten:

Marlena: Ich habe das Gefühl, zu einer ganz wichtigen Entwicklung beizutragen: Wir ermöglichen Kindern und Jugendlichen wieder in direkten Kontakt mit Natur und Lebensmitteln zu kommen. Ich liebe es, draußen auf dem Acker zu sein, und es ist toll, diese Freude weitergeben zu können.

Lara: Ich merke auch mit den Kindern auf dem Acker immer wieder, was unsere Arbeit bewirken kann. Da werden erstaunlich große Regenwürmer gefunden, es werden Strategien ausgetüftelt, wie man den Kohlrabi möglichst gut vor hungrigen Tauben schützen kann oder stolz eigene Kartoffeln und Kürbisse geerntet. Mancher Klassenclown kommt auf dem Acker richtig zur Ruhe. Kinder, die sonst nicht so beweglich sind, machen plötzlich einen halben Spagat im Beet, um auch für den letzten Salat noch einen Platz zu finden. Und auf einmal lieben alle Palmkohl, weil der so besonders ist.

Besondere Erinnerungen:

Marlena: Es hat in jedem Jahr wieder etwas Magisches, wenn die Saison beginnt und die ersten zarten Pflänzchen in die Erde kommen. Ich staune dann immer, wenn wir im Jahresverlauf zu den Schulen für die zweiten und dritten Pflanztermine kommen, was daraus geworden ist. Ich glaube, dieses Wachstum verliert nie seine Faszination. Es ist immer wieder unglaublich, was für ein grüner Dschungel der Acker im Spätsommer ist.

Lara: Mir ist unsere allerletzte Pflanzung für dieses Jahr noch besonders gut in Erinnerung. Ich habe auch vor meiner Zeit bei der GemüseAckerdemie auf verschiedenen Äckern gestanden und gegärtnert, aber einen solch tonigen Boden habe ich noch nicht gesehen! Wir hätten mit den Kindern auch töpfern statt gärtnern können, aber von wegen: Die Schüler*innen waren mit solch einem Enthusiasmus dabei, und auch die betreuenden Lehrkräfte haben alles darangesetzt, dass auf der zuvor mit Schilf durchwurzelten Fläche diesen Herbst noch etwas wachsen kann. Der Boden wird über den Winter nun besonders gut gemulcht, und eventuell mischen wir nochmal sandigere Anteile mit ein.

Marlena: Ein Highlight in diesem Jahr war für mich, als der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne die GemüseAckerdemie an der IGS Langenhagen besucht hat. Die Schüler*innen hatten extra eine spannende Führung über ihren Acker vorbereitet: Riesige Zucchini, bunter Mangold, leckere Gurken, Kürbisse und vieles mehr wurden frisch geerntet und von den Schüler*innen direkt für die Besucher zubereitet – alle waren begeistert. 

Was wir bei der GemüseAckerdemie gelernt haben:

Marlena: Wie lecker Palmkohl schmeckt! Dieses Gemüse kannte ich vorher nicht. Und Palmkohl schmeckt nicht nur, er sieht auch toll aus. Er wächst jetzt immer auf unserem Balkon, und im Spätsommer sieht er aus wie eine richtige Palme.

Lara: Ich weiß jetzt wie man Haferwurzeln richtig sät und was ein Schnegel ist. Außerdem: wie wichtig gute Kommunikation ist, dass auch mal etwas schief gehen darf und einmal mehr wie wertvoll es ist, gemeinsam für eine Sache zu ackern!