Masterandin Jolantha Schenke im AckerPorträt

Portrait Jolantha

Vom Praktikum zum AckerCoach und nun steckt Jolantha mitten in ihrer Masterarbeit über - wie nicht anders zu erwarten, die GemüseAckerdemie! Aus purer Freude am Gärtnern ist sie letztes Jahr zur GemüseAckerdemie gestoßen. Welche besonderen Erinnerung Jolantha an das Bildungsprogramm hegt und was sie alles gelernt hat, erfahrt ihr in unserem aktuellen AckerPorträt!

Name: Jolantha Schenke

 

Funktion: Ursprünglich als Praktikantin zur GemüseAckerdemie gekommen, habe ich am ersten Durchlauf der AckerCoach-Schulung teilgenommen und bin nun sozusagen „Botschafterin“ für die GemüseAckerdemie in Leipzig. Zur Zeit schreibe ich meine Masterarbeit darüber, inwieweit die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler im Rahmen der GemüseAckerdemie zum Erwerb von Gestaltungskompetenz angeregt werden können (was als ein Ziel im Rahmen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung betrachtet wird).

Warum ich für die GemüseAckerdemie arbeite

Eigentlich bin ich einfach durch meine Freude am Gärtnern zu der GemüseAckerdemie gekommen - die Idee, durch ein ansprechendes Programm Kinder für’s Ackern zu begeistern und den Lehrkräften dafür so viel wie möglich an die Hand zu geben, hat mich schnell überzeugt und die Kombination aus Kompaktheit und Komplexität, wie sie sich im Aufbau des gesamten Programms und z.B. auch in den Bildungsmaterialien wiederfindet, beeindruckt mich stets auf’s Neue. Ich denke, dass viele elementare Tätigkeiten, wovon Gemüseanbau eine ist, uns alle immer wieder erden können - vielleicht auch gerade im Schulalltag, wo einem so manche Inhalte ja auch mal sehr abstrakt erscheinen können. Daher finde ich es umso wichtiger, ein direktes „In-Bezug-Setzen“ von Wissen und Handeln zu ermöglichen und dabei die eigenen Fähigkeiten entwickeln zu können - auch gerade heutzutage, wo Kinder durch eine unglaubliche Vielzahl an Möglichkeiten vielleicht schnell mal die Orientierung verlieren können. Natürliche Kreisläufe zu verstehen und mit zu gestalten, dabei zu sehen, dass das eigene Tun und die Zusammenarbeit in der Gruppe einen direkten Bezug haben und Wirkung zeigen können - das sind meiner Meinung nach sehr wichtige Erfahrungen, die sich auf viele Bereiche übertragen lassen. Dieser Aspekt interessiert mich nun auch in meiner Masterarbeit. Die GemüseAckerdemie bietet hier viele gute Ansatzpunkte, um das eigene Handeln in kleinere und größere Zusammenhänge einordnen zu können - sozusagen für heute und morgen.

Besondere Erinnerung

Bei einer Projektbörse in Leipzig, wo verschiedene Anbieter ihre Programme und Projekte (u.a. im Bereich Bildung für eine nachhaltige Entwicklung) für Leipziger Oberschulen vorgestellt haben, ist der Kontakt zum ersten Leipziger Lernort entstanden, wo nun seit diesem Frühjahr geackert wird. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Schule oder KiTa, sondern um eine Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Familien und ich freue mich, dass das Programm auch dort umgesetzt werden kann.

Durch den Austausch über die GemüseAckerdemie sind mir auch viele interessante Gespräche in Erinnerung geblieben, zum Beispiel mit älteren Menschen wie meinen Großeltern, die selbst gärtnern oder dies lange Zeit gemacht haben. Dabei hatte ich häufig das Gefühl, dass das Programm einen Verbindungspunkt zwischen Generationen darstellen kann - denn in den Gesprächen habe ich oft eine große Freude darüber erlebt, dass mit dem Ackern verbundene Tätigkeiten wertgeschätzt, Wissen und Können weitergegeben und als Kulturgüter sozusagen weitergetragen werden.

Was ich gelernt habe

… dass Tomatenpflanzen nicht unbedingt ein Zelt über sich brauchen, sondern eine dicke Mulchschicht sie zumindest teilweise vorm Spritzwasser des Regens schützen kann.

… dass man häufiges Gießen vermeiden kann, indem man beim Pflanzen einer Gemüsepflanze das Pflanzloch 1-2 Mal ausreichend wässert - denn dann folgen die Wurzeln dem Wasser sozusagen in die Tiefe. Wenn der Boden dann durch regelmäßiges Hacken immer wieder gelockert wird, sind die Gemüsepflanzen eigentlich relativ autark und weniger auf das Wasser an der Erdoberfläche angewiesen.

… dass aus einer Idee in relativ kurzer Zeit eine ziemlich große Sache werden kann, wenn man den Mut hat sie anzupacken und die wachsenden Aufgaben gut zu verteilen. In meinem Praktikum bei Ackerdemia habe ich die klare Trennung von Tätigkeitsbereichen und deren permanentes Ineinandergreifen beobachtet und dadurch gelernt, dass aus der Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen klugen Köpfen wirklich Großes entstehen kann. Da zeigt sich, dass nicht ein Mensch alles wissen und können muss, sondern es viel fruchtbarer sein kann, wenn in einer Gruppe verschiedenes Wissen und Können zusammenkommen und aufeinander aufbauen können.