„Schulgarten ist mein Lieblingsfach“

Pflanzung an einer Schule in Neubrandenburg
Die Grundschule Süd hat dank vieler Unterstützer*innen einen wunderschönen Schulgarten.

Der SchulAcker der Grundschule Süd in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) liegt in einem wunderschön angelegten Schulgarten. 78 Schüler*innen ackern hier in diesem Jahr mit der GemüseAckerdemie. Bei der zweiten Pflanzung der AckerSaison waren nicht nur begeisterte Viertklässler*innen auf dem Acker, sondern auch Vertreter*innen von Presse und Kooperationspartnern konnten das Bildungsprogramm live erleben.

Gerald Dahlmann bereitet Kaffee in dem kleinen Häuschen auf dem Schulgarten-Gelände der Grundschule Süd in Neubrandenburg vor. Heute, zum zweiten Pflanztermin, erwartet der Lehrer nicht nur die Schüler*innen der 4. Klasse auf dem Acker, auch Vertreterinnen der AOK Nordost und des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern haben sich angekündigt – beide Kooperationspartner der GemüseAckerdemie in diesem Bundesland. Das Bildungsprogramm wird an dieser Schule im Rahmen des „Landesprogramms Gute Gesunde Schule“ durchgeführt.

Insgesamt 78 Mädchen und Jungen zwischen sieben und zehn Jahren kümmern sich in diesem Jahr im Rahmen der GemüseAckerdemie um den Schulgarten. „Wir haben die Fächer Kunst und Werken mit dem Schulgarten gekoppelt – sie finden im Wechsel statt. Außerdem bieten wir eine Schulgarten-AG an“, erklärt Dahlmann. Sieben Schulstunden pro Woche wird die etwa 135 Quadratmeter große AckerFläche so von verschiedenen Schüler*innen bewirtschaftet.

Gemeinsam mit seiner Frau, ebenfalls Lehrerin an der Grundschule, ist Dahlmann hauptverantwortlich für den Acker. Unterstützt werden sie dabei von verschiedenen Kolleg*innen. „Das Projekt war ein Selbstläufer, sobald die Leute wussten, dass es um Kinder geht“, schwärmt der Hobbygärtner. Denn nicht nur der Förderverein der Schule unterstützt den Schulgarten, auch Eltern von Schüler*innen, Senior*innen und Unternehmen engagieren sich, etwa mit Sachspenden wie Pflanzen oder der Einbauküche, in der Dahlmann gerade Kaffee kocht, aber auch, indem sie selbst Hand anlegen.

Das Ergebnis der vielen Arbeit kann sich sehen lassen – der Schulgarten lädt zum Verweilen ein. Neben dem Häuschen, in dem auch ein kleines Klassenzimmer untergebracht ist, gibt es auch Obstbäumchen, Beerensträucher und „Lesesteine“, wo es sich die Kinder gemütlich machen können. Aber heute steht die AckerFläche im Mittelpunkt: An einer Ecke werden Bohnen und Erbsen gesät, an einer anderen Zucchini- und Kürbispflänzchen liebevoll in die Erde gesetzt und in der Mitte tiefe Löcher für die Tomaten gegraben. „Meine Tomaten heißen Plattmacher und Günther“, freut sich ein Junge. „Meine Gustav und Iso“, strahlt ein anderer – die Identifikation mit dem selbst gepflanzten Gemüse ist hoch. „Schulgarten ist mein Lieblingsfach“, seufzt eine Schülerin. „Ich finde es toll, dass wir selber Pflanzen dürfen. Gießen macht mir richtig Spaß und wir können einfach etwas vom Acker probieren.“ Und genau das machen die Schüler*innen dann auch: Bevor der Lauch eingesetzt werden kann, muss nämlich die Kresse aus dem Beet geerntet werden. Frau Dahlmann hat Quark und Baguette parat und schon schnippeln die Kinder in der Sonne Kresse, Schnittlauch und Zwiebeln. Nach kurzer Zeit servieren sie leckere Schnittchen mit Kräuterquark, die sich auch keiner der erwachsenen Gäste entgehen lässt. „Das ist so ein tolles Projekt“, schwärmt Kerstin Müller, Projektleiterin von der AOK Nordost, und auch Dagmar Schultz, die Landeskoordinatorin „Gute Gesunde Schule“ des Ministeriums, ist begeistert von der Umsetzung der GemüseAckerdemie.

Am Ende der anderthalb Stunden haben die Kinder nicht nur gemeinsam eine Menge geschafft, sondern dabei auch vieles über die Pflanzen gelernt, die sie in die Erde gebracht haben. „Zucchinis wachsen so wie Kürbisse, die brauchen viel Platz“, erklärt eine Schülerin in der Abschlussrunde, was sie über Pflanzabstände erfahren hat. „Es hat uns ganz viel Spaß gemacht und wir werden uns weiter sehr gut um das Gemüse kümmern“, versprechen die Schüler*innen zum Schluss. Von den vielen Gästen auf dem Acker haben sich die Viertklässler*innen nicht stören lassen, und auch Lehrer Dahlmann lobt die GemüseAckerdemie: „Bei diesem Team brauche ich nicht aufgeregt sein. Die Fortbildungen sind spitze, die AckerHelfer*innen gehen so toll auf die Kinder ein. Da kann ich mich drauf verlassen, dass auch bei einem Pressetermin alles rund läuft“, resümiert er. Das freut uns natürlich besonders und auch uns hat der Pflanztermin in Neubrandenburg eine Menge Spaß gemacht!

Pflanzung an einer Schule in Neubrandenburg
Heute werden unter anderem Tomaten, Kürbisse und Zucchini gepflanzt.
Pflanzung an einer Schule in Neubrandenburg
Direkt auf dem Acker probieren: Die Kresse kann abgeerntet werden.
Pflanzung an einer Schule in Neubrandenburg
Bevor der Lauch gepflanzt werden konnte, wurde die Kresse abgeerntet.
Pflanzung an einer Schule in Neubrandenburg
AckerLehrer Andrea und Gerald Dahlmann, Schulleiter Jörg Borchert, Dagmar Schultz vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, Kerstin Müller und Stefanie Teichert von der AOK Nordost und Johannes Wockenfuss, Regionalmanager der GemüseAckerdemie, auf dem SchulAcker
Pflanzung an einer Schule in Neubrandenburg
Stolze AckerKinder
Pflanzung an einer Schule in Neubrandenburg
Durch regelmäßiges Hacken werden die feinen Hohlräume im Boden durchtrennt – so bleibt die Feuchtigkeit im Boden.
Pflanzung an einer Schule in Neubrandenburg
Die geernteten Kräuter werden direkt verarbeitet.
Pflanzung an einer Schule in Neubrandenburg
Lecker!
Pflanzung an einer Schule in Neubrandenburg
Das Lehrer-Ehepaar Dahlmann ist hauptverantwortlich für den GemüseAcker.