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Gemüseanbau mit Kindern zu Hause

Die Anbauplanung im Februar

 

Es gibt ein paar ganz allgemeine Regeln für deine Anbauplanung. Neben dem Aufbau und der Aufteilung der Flächen, Kübel und Töpfe geht es in der Anbauplanung vor allem um die zeitliche und räumliche Abfolge (Fruchtfolge und Nachbarschaft) der Gemüsepflanzen. In Gartenbüchern findest du Vorschläge bewährter Kombinationen - das erleichtert gerade am Anfang die Arbeit.

 

Abwechslung geht vor

Gemüse der gleichen Art und Pflanzenfamilie sollte nicht nacheinander in der gleichen Pflanzerde oder im gleichen Beet angebaut werden. Ihr könnt euch gemeinsam im Internet oder in einem Biologiebuch ansehen, welche Gemüsearten den jeweiligen Pflanzenfamilien zuzuordnen sind. In der 5. und 6. Klasse ist das oft Teil des Biologieunterrichts. Wenn dein Kind noch nicht so alt ist, kannst du dir  vielleicht von Nachbarskindern Hilfe holen oder ein Biologiebuch ausleihen.

 

Schwachzehrer folgen auf Mittelzehrer und diese auf Starkzehrer

Nach Gemüse mit großem Nährstoffbedarf (sogenannte Starkzehrer) folgen solche, die weniger Nährstoffe brauchen (Mittelzehrer) und schließlich folgen Schwachzehrer. Der Nährstoffgehalt im Boden entspricht somit dem Bedarf der Gemüsearten.

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Auf gute Nachbarschaft

Ähnlich wie bei uns Menschen vertragen sich manche Pflanzen gut und andere nicht so gut. Da Pflanzen unterschiedliche Ansprüche an Boden, Licht, Wärme und Feuchtigkeit haben, unterschiedlich viel Platz und Nährstoffe benötigen und auch ganz verschiedene Wurzelsysteme ausbilden, können sie sich gegenseitig ergänzen oder aber in Konkurrenz zueinander stehen. Achte bei deiner Planung darauf, dass eure Gemüsepflanzen sich gut vertragen.

Einfach mehrfach

Plant die Beete und Pflanzgefäße so, dass mehrere Ernten im Jahr möglich sind, indem du Gemüse kombinierst, dass zu unterschiedlichen Zeiten gepflanzt und erntereif wird.

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Dein persönlicher Anbauplan

Wenn du mit deiner Anbauplanung fertig bist, kannst du einen Anbauplan von deinen Pflanzgefäßen und Flächen erstellen und dort das gewünschte Gemüse sowie die entsprechende Pflanz- bzw. Aussaatzeitpunkte einzeichnen. Fertige am besten zuerst eine „leere” Skizze an (per Hand oder digital). Für die nächsten Jahre kannst du die gleich mehrfach kopieren.

Die Version von diesem Jahr kannst du mit deinem Kind farbig gestalten und das Gemüse direkt in die Beete und Kübel malen: Wie sehen denn eigentlich Rote Bete aus? Und Mangold? Wichtig ist, das aktuelle Jahr auf dem finalen Plan zu vermerken und den Plan gut aufzubewahren, damit du in den kommenden Jahren den Überblick behältst.

Geeignetes Saatgut

Das Saatgut solltest du nicht unbedingt in den großen Bau- und Gartenmärkten besorgen. Das Artenspektrum dort ist zwar sehr umfangreich, enthält aber überwiegend Hybrid-Sorten, die für den großflächigen landwirtschaftlichen Anbau ausgelegt sind. Es gibt eine ganze Reihe Saatgutanbieter, die samenfeste Sorten anbieten.

  • Saatgut in Bio-Qualität gibt es bei Firmen wie Bingenheimer Saatgut AG, Dreschflegel, Reinsaat und Samenfest oder bei NGO’s wie Arche Noah, Pro SpecieRara oder der VEN (um die drei mitgliederstärksten zu erwähnen). Bestell dir einfach die Kataloge oder nutze die online-Versionen.
  • Wir empfehlen, für den Anbau mit Kindern mehrere, möglichst unterschiedliche Sorten einzusäen und zu pflanzen. Das macht die Ernte farbenfroher und dein Gemüse weniger anfällig für Schädlinge. Spannend sind natürlich Sorten, die sich in Form, Farbe und Geschmack deutlich voneinander unterscheiden. Entscheide dich für Sorten, die eher kleine, aber dafür mehr Früchte ausprägen.
  • Behalte deine lokalen Licht-, Boden- und klimatischen Bedingungen im Blick. Darauf kannst du mit einer richtigen Auswahl an Gemüsearten und -sorten reagieren.

Was gibt es zu tun im Garten, Balkon und Indoor?

 

Hinweise für den Garten

Für die Aufteilung der Beete solltest du bedenken, dass Kinder eine geringere Reichweite haben als Erwachsene. Wenn für Erwachsene in der Regel Beetbreiten von 1,20 m empfohlen werden, solltest du für das Gärtnern mit deinem Kind schmalere Beete anlegen. In der GemüseAckerdemie empfehlen wir 80 cm breite Beete mit 1 bis 3 Reihen für Grundschulkinder und 60 cm breite Beete mit 1 bis 2 Reihen für die Kleinen im Kita-Alter. Probiere es mit deinem Kind einfach aus: Wie weit reichen die Arme? Könnte dein Kind eine Mittelreihe im Beet gut bearbeiten?

Für Kinder ist es schön, wenn sie ein eigenes Beet oder Pflanzgefäß gestalten dürfen. Es bringt Kindern wie Erwachsenen einfach viel mehr Spaß Gemüse anzubauen, zu beobachten und zu pflegen, die sie selbst ausgesucht haben! Wenn die gewünschte Kombination nicht so gut geeignet ist, lass dein Kind selbst entscheiden, welchem Gemüse es den Vorzug gibt.

Falls dein Kind noch keine Idee hat, kannst du ihm Radieschen und Bohnen vorschlagen. Das sind Gemüsepflanzen, die sich toll beobachten und ernten lassen.

 

Hinweise für den Balkon

Lass deine Kinder eigene Gefäße gestalten. Es kann die Blumentöpfe anmalen – vielleicht sogar das Gemüse, welches es pflanzen möchte, darauf malen. Dabei gilt die Devise: Weniger ist mehr. Es ist spannender, drei Pflanzen intensiv zu beobachten und dabei zu ernten, als viele nur flüchtig zu betrachten.

Unbedingt nutzen solltest du euren Balkon für frische Kräuter: Frisch geschnitten und aufs Butterbrot gestreut mögen sie nämlich auch die meisten Kinder gern! Salate und Erbsen sind für Anfänger und Kinderhände sehr gut geeignet: sie wachsen schnell und auch bei der Ernte erlebt man eine schnellen Erfolg. Im Gegensatz zu Bohnen können die Kinder die Erbsen auch sofort und auf dem Balkon naschen. Zuckererbsen sind dafür besonders geeignet und beliebt, brauchen allerdings meist Rankhilfen: weitmaschige Netze oder Reisig.

Für deine eigene Planung auf dem Balkon solltest du bedenken, dass Kohlgemüse sich nicht für den Anbau auf dem Balkon eignen. Kohlrabi wird es noch gut schaffen, aber dem meisten anderen Kohlgemüse wird es entweder zu heiß oder zu eng werden.

 

Indoor

Wenn wir im Zimmer Gemüse anziehen wollen, besorgen wir uns geeignete Gefäße und beginnen damit, Aussaaterde zu mischen, wie es in unserem Experiment für Kinder "die schnelle Bohne" beschrieben ist.


Frag Dr. T!

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