© Katharina Kühnel
Exkurs Boden

Der Grundstoff, mit dem ein Gärtner umgeht, ist der Boden

Rund 12.600 km Durchmesser hat unser Planet. Über diesem riesigen Ball zieht sich eine mehr oder weniger krümelige braune Haut – die Erdkruste.

Der Boden, also die Erdoberfläche, in der Pflanzenwurzeln gedeihen, kann mehrere Meter dick oder nur wenige Zentimeter dünn sein. Nach unten wird der Boden von Gestein begrenzt und nur die obere, 10-30 cm starke Schicht besteht aus fruchtbaren Humus. Noch heute sprechen wir von „Muttererde“, wenn wir über diese zwei Handbreit Boden sprechen. Denn diese kostbare Humusschicht ist es, die Pflanzen, Tiere und Menschen ernährt. Und auf sie sollte sich auch alle Aufmerksamkeit und Sorgfalt des Gärtners richten: denn wo diese zwei Handbreit Humus in gutem Zustand sind, dort ist der Garten fruchtbar.

Entstanden ist dieses lebendige und nahrungsreiche Material in Millionen von Jahren und seine Zusammensetzung ist überall auf der Welt verschieden. Die jeweiligen Nährstoffe, die der Boden in sich trägt, hängen davon ab, aus welchem Gestein er ursprünglich entstand und welchen feinen Gesteinsstaub Wind oder Wasserströme zu ihm trugen. Die „gelben Erden in China“ oder auch die besonders fruchtbaren Böden der Börde-Landschaften zeichnen sich bspw. durch feines Gesteinsmehl - sogenannten Löss - aus, das durch Wind oder sich ausbreitende oder zurückziehende Gletscher transportiert wurde.

Aber wie jeder bezeugen kann, der einmal seine Hand in einen frischen Gartenboden gesteckt hat, besteht der Boden nicht allein aus Stein und Sand: Im Boden leben unzählige Kleinstlebewesen. Untersucht man nur einen Quadratmeter durchschnittlichen Ackerboden und das auch nur etwa einen Spatenstich tief, findet man mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Welt gibt: Billionen von Bakterien, Milliarden von Strahlenpilzen, Pilzen und Algen. Und hinzu kommen dann noch hunderte von Springschwänzen, Ringelwürmern, Regenwürmern, Asseln, usw.  Ihr könnt es ja im Sommer selbst einmal untersuchen.

Pflanzen und Tiere beleben unsere Erde: Aus ihren organischen Abfallprodukten entsteht stets aufs Neue jene kostbare obere Erdschicht. Das vollendete Beispiel dieser natürlichen Humusbildung ist der Mischwaldboden: Ohne Eingriff erneuert hier die Natur in einem ständig geschlossenen Kreislauf den Bestand an lebendiger Erde. Und was gibt es schöneres, als einen Waldspaziergang, wenn die Luft erfüllt ist von diesem unverwechselbaren, warmen, würzig-erdigen Duft, einer Mischung aus Pilzaromen, Humus und Grünzeug sowie verrottenden Pflanzenteilen.

Und selbst im Januar, wenn alles gefroren oder klitschnass ist, kann man unter den Nadeln und dem Laub, zwischen Farnen und welken Kräutern eine Handvoll Boden hochnehmen, ihn zerbröseln, betrachten und daran riechen: Unter Buchen, Linden und Tannen, unter Eichen, Ahorn, Birken und Kiefern, unter Pappeln, Weiden und Fichten - immer wieder und jedes Mal etwas anders: Bald lehmig-tonig, dann wieder eher sandig, und dann noch immer dieser charakteristische Geruch der Erde.

Den Boden mit deinen Kindern genauer unter die Lupe nehmen!

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Die Beschaffenheit und die Eigenschaften des Bodens können sehr unterschiedlich sein. Es gibt braune und gelbe, schwarze und rote Erde. Trockenen Wüstensand und feuchten, fruchtbaren Lehm. Moorböden sind sauer und torfhaltig, Sandböden leicht und Tonböden schwer und undurchlässig. Dazwischen findet man alle möglichen Mischungsverhältnisse.

 

Der Handtest

Sicherlich interessiert dich, wie dein Gartenboden beschaffen ist. Für eine genaue Analyse braucht es eine Reihe von Tests, jedoch kannst du einen guten Eindruck gewinnen, wenn du mit deinen Kindern einen Handtest durchführst: Mit ihm kannst du etwas über die Zusammensetzung und Qualität des Bodens erfahren.

 

Das geht so:

  • Nehmt zwei Hände voll Erde aus eurem Garten. Natürlich kann es sein, dass der Boden draußen sehr nass oder gefroren ist, dann müsst ihr etwas warten.
  • Rieselt die Erde leicht durch die Finger? Ungefähr so wie der Sand an einem Strand? In diesem Fall besteht die Erde zu einem großen Teil aus Sand, und Sand besteht aus winzig kleinen Steinchen. 
  • Wenn ihr die Erde dagegen zu richtigen Kugeln oder anderen Formen kneten kannst, dann habt ihr Ton- oder Lehmboden in der Hand. Je fester die Kugel oder Rolle gedreht und geformt werden kann, ohne dass sie wieder zerbröselt, desto tonhaltiger ist der Boden.
  • Hält der Ball allerdings doch nicht so recht zusammen, dann steckt viel Humus drin, und das ist für Gemüseanbau sehr gut.

Besonders spannend ist es übrigens, unterschiedliche Böden zu vergleichen. Sammelt doch gemeinsam verschiedene Bodenproben vom Garten der Nachbarn, der Schulfreunde, vom Schulgarten, Spielplatz oder dem Park nebenan – gibt es Unterschiede?

Und was sagt uns die Handprobe?

Sandige Böden lassen sich zwar recht leicht bearbeiten, aber ihnen fehlt es an Möglichkeiten, Wasser zu speichern und Nährstoffe für die Pflanzen bereitzuhalten. Hier müsst ihr in den kommenden Jahren besonders darauf achten, mithilfe von Flächenkompostierung und ggf. Zugaben von Stein- und Tonmehl den Boden anzureichern.

Humushaltige Lehmböden sind eine sehr gute Voraussetzung für den Gemüseanbau. Bodenbedeckung, Flächenkompost und Fruchtwechsel erhalten und vermehren die Fruchtbarkeit der lehmigen Erde.

Bei sehr tonhaltigen Böden hingegen – also bei Böden, deren Korngrößen sehr,  sehr fein sind – werdet ihr allerdings gefordert sein: der Boden lässt sich sehr schwer bearbeiten und wird schnell hart und klumpig. Dann müsst ihr viel Zeit in das Auflockern des Bodens investieren, vor allem nach starken Regenfällen. In die Pflanzlöcher könnt ihr im Frühjahr humushaltige Muttererde einarbeiten. Das wird helfen, die Bodenstruktur langfristig zu verändern. Tiefwurzelnde Gründüngung lockert den Untergrund ebenfalls – und auch hier gilt es, dauerhaft die Struktur des Bodens durch Flächenkompostierung bzw.  Mulchwirtschaft zu verbessern.


Gemüseanbau in 2018: Stell deine Fragen an Dr. T

Hast du Fragen rund um das Thema Gemüseanbau, die dir auf der Zunge liegen und zu denen du noch keine Antwort gefunden hast? Dann schicke deine Frage an Dr. T (Dr. Thomas Gladis), der dir sicherlich weiterhelfen kann. Er ist promovierter Biologe und Ökologe. 

Schicke uns deine Acker-Frage einfach per E-Mail an familie@ackerdemia.de. Dr. T beantwortet dir deine E-Mail in kurzer Zeit. 

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