Bildungsansatz

Unsere AckerBildung: Förderung von Sozialkompetenzen, gesunder Ernährung und nachhaltigem Handeln (BNE)

In der GemüseAckerdemie bauen Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Gemüse an und erfahren auf praktische Weise, wo unsere Lebensmittel herkommen, wieviel Arbeit im Gemüseanbau steckt und welche Bedeutung die Natur als Lebensgrundlage für uns hat. Über ein Schuljahr hinweg beschäftigen sich die Schüler*innen im Schnitt 80 bis 100 Stunden mit dem Gemüseanbau sowie daran anknüpfenden, nachhaltigen Produktions- und Konsumthemen. Mit dem Lernort „Acker“ und den daran anknüpfenden Bildungsmaterialien schaffen wir eine Erfahrungswelt, die den Schulalltag sinnvoll und abwechslungsreich ergänzt. Dabei kann der Acker als ganzheitlicher Lernort auch in anderen Fächern genutzt werden.

Ackerdemia entwickelt die GemüseAckerdemie anhand der Prinzipien einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Diese hat zum Ziel, mit innovativer Bewusstseinsbildung Wissen und Werte zu vermitteln sowie Kompetenzen zu fördern, die für die Gestaltung einer nachhaltig verträglichen Zukunft erforderlich sind. Mit unserer Bildungsarbeit leisten wir einen Beitrag zur Agenda 2030, deren Kernstück aus 17 nachhaltigen Entwicklungszielen, den Sustainable Development Goals besteht. Diese stehen unter der Vision einer besseren, gerechteren und nachhaltigeren Zukunft.

 

Unsere 5 Bildungsprinzipien

Mit unserer Bildung wollen wir Kindern und Jugendlichen relevantes und nachhaltiges Wissen durch Erfahrungen vermitteln. Das selber Ackern und die eigene Selbstwirksamkeit erkennen stehen dabei genauso im Vordergrund wie die Reflexion des eigenen Handelns und den Auswirkungen auf Produktion und Konsum. Mit Praxisbezug, Alltagsrelevanz und Begeisterung wollen wir Interesse und Neugier wecken, Denkprozesse anregen sowie Kinder und Jugendliche unterstützen und ermutigen, ihre Potentiale zu entdecken und sich als wertvolle und verantwortungsvolle Gestalter*innen einer nachhaltigen Zukunft zu erkennen. Unsere Bildungsprinzipien haben große Strahlkraft:

Das Selbermachen steht im Vordergrund: Die Kinder bewirtschaften ihren Acker selbstbestimmt und bekommen direkte Rückmeldung in Form der Ernte.

Auf dem Acker sind andere Kompetenzen gefragt als im Klassenraum. Vermeintlich „schwächere“ Schüler/innen entpuppen sich als AckerProfis, Erfolgserlebnisse auf dem Acker steigern das Selbstvertrauen. Das Ackern in altersgemischten Teams und der Kontakt zu Pflanzen und Tieren fördern Empathie und stärken das Bewusstsein für die Umwelt.

Die Kinder und Jugendlichen erleben nicht nur, wie lecker frisches Gemüse ist, sondern setzen sich dank der Bildungsmaterialien auch kognitiv mit der Lebensmittelproduktion auseinander. Sie erleben die Abhängigkeiten der vielfältigen natürlichen Prozesse untereinander und üben in größeren Zusammenhängen zu denken.

Wie lebt eigentlich ein und was bedeutet der massive Tomatenanbau in Spanien für die Menschen dort? Die Schüler*innen lernen unterschiedliche Ansichten kennen und reflektieren ihr eigenes Verhalten im Kontext globaler Gerechtigkeit.

Das Ackern, aber auch die Auseinandersetzung mit weiterführenden globalen Fragestellungen schließen direkt an die Lebenswelt der Schüler*innen an. Das motiviert Lösungen zu finden, aktiv zu werden und neue Verhaltensweisen zu erproben.

Programmeigene Bildungsmaterialien

Die praktische AckerZeit wird um innovative Bildungsmaterialien ergänzt, welche flexibel eingesetzt werden können. Mit diesen Bildungsmaterialien erfahren die Kinder und Jugendlichen Grundlagen des ökologischen Gemüseanbaus und setzen sich mit Inhalten einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung auseinander. Sie werfen einen Blick über den AckerRand auf die Welt. Dabei behandeln sie Themen wie Lebensmittelverschwendung, Anbau- und Transportbedingungen, Kultursortenvielfalt, Gerechtigkeit oder die Verteilung von Ressourcen (z.B. Ackerland). Die Vermittlung erfolgt über spielerische Rätsel und Übungen sowie durch 40 praktische und vielfältige Methoden: Perspektivwechsel, Plan- und Rollenspiele, Recherchen, Interviews und Gruppenaktivitäten sind dabei nur einige Beispiele für sich ergänzende Lernwege, die Kompetenzen stärken und zum eigenen Denken und aktiven Handeln anregen.